Dichte Wälder, spektakuläre Wanderwege und idyllische Wellnesshotels – das Sauerland ist perfekt für einen Wochenend-Trip. Doch die meisten Urlauber konzentrieren sich auf bekannte Attraktionen wie Burg Altena oder Fort Fun. Dabei gibt es viele weitere Orte, die einen Besuch lohnen. Deshalb kommen hier meine liebsten Sauerland Sehenswürdigkeiten – 10 Orte in der Natur, die euch begeistern werden.

1. Die spektakulärste Aussicht – Hochheideturm
Leise schnurren die Kabinen den Ettelsberg hinauf. Sie sind rundum verglast, sodass ihr freien Blick auf die Wälder, Berge und Dörfer des Hochsauerlandes habt. Nach acht Minuten ist die Bergstation erreicht.

Und gleich hinter ihr thront der Hochheideturm: Mit 875 Metern ist er der höchste Aussichtspunkt im Sauerland. Wer es sportlich mag, erklimmt die 241 Stufen, die zu der Besucherplattform führen. Wer es lieber relaxter angeht, nimmt den Aufzug. Und der Ausblick von hier oben ist wirklich spektakulär. Ich war im Winter vor Ort und habe die Gegend als geradezu mystisch erlebt.


Infos zur Aussichtsplattform des Hochheideturms
- Öffnungszeiten der Aussichtsplattform: täglich 9 – 16:30 Uhr
- Eintrittspreis: ist im Ticket der Seilbahn inkludiert
- Adresse: Zur Hoppecke 5, 34508 Willingen
Extra-Tipp: Ihr sucht die originellsten Unterkünfte im Sauerland? Hier stelle ich duftende Baumhäuser und komfortable Bauwagen im Sauerland vor.


2. Die märchenhafte Bilsteinhöhle
Die Bilsteinhöhle ist ein weit verzweigtes Höhlensystem, in dem Aufsehen erregende Funde gemacht wurden. Bereits in der Steinzeit haben hier Menschen gelebt. Bären hielten früher in der Höhle ihren Winterschlaf und heute dürfen Besucher hier zwischen Stalaktiten und Stalagmiten spazieren gehen.

Regelmäßig finden in der Bilsteinhöhle geführte Touren statt. Die Höhlenführer geleiten ihre Gruppen durch klaustrophobisch enge Gänge, lange Felsspalten und unterirdische Hallen. Lange Treppen führen durch die größte der Hallen, die wie die Empfangshalle eines Märchenschlosses anmutet. Der Besuch in der Bilsteinhöhle ist ein intensives Naturerlebnis, angereichert mit wissenschaftlichen Fakten und fantastischen Erzählungen.

Reiseführer für 22 Glücksmomente im Sauerland
Hier kommt ein Tipp für alle Sauerland-Fans: Ende September 2021 ist mein neuer Sauerland-Reiseführer im Klartext Verlag erschienen: Abenteuer & Glücksmomente – Besondere Erlebnisse und magische Orte im Sauerland*. Darin findet ihr die schönsten Sauerland-Orte abseits der touristischen Trampelpfade. Mit vielen Übernachtungs- und Einkehrtipps. Das perfekte Geschenk für alle Heimatentdecker – natürlich auch in der kleinen Buchhandlung um die Ecke erhältlich!

3. Das Rosendorf Assinghausen
Assinghausen solltet ihr zwischen Juli und September besuchen. Denn dann steht das ganze Dorf in voller Blüte. Tiefrot. Hellrosa. Strahlend weiß. Und knallig pink. Überall blühen Rosen: in Vorgärten. Am Wegesrand. Und auf Mäuerchen. Insgesamt 150 verschiedene Sorten. Darunter ganz Seltene, die Blumenfreunde wie mich schwärmen lassen.



In Deutschland gibt es insgesamt 15 Rosendörfer bzw. –städte. Die Gesellschaft deutscher Rosenfreunde verleiht diesen Titel an Orte, in denen die Rose prägender Bestandteil ist. Zur Pflanzenpracht kommt in Assinghausen noch die architektonische Schönheit. Jahrhundertealte Fachwerkhäuser stehen im Ortskern. Sie sind liebevoll gepflegt, historische Inschriften und Schnitzereien schmücken die Fassaden. Ihr könnt auf eigene Faust durch das Dorf streifen. Vier Touren, die zu den schönsten Rosen führen, sind ausgeschildert. Oder ihr schließt euch einer Führung an, die regelmäßig angeboten wird.

Übernachtungstipp für das Rosendorf
Mitten im Rosendorf liegt eine romantische Unterkunft: der Gasthof Kettler*. Ideal für Blumen- und Wanderfreunde, denn bei Assinghausen verlaufen mehrere Wanderwege und die berühmten Bruchhausersteine liegen um die Ecke: sie sind Kultstätte, Nationales Naturmonument und zählen zu den faszinierendsten Sauerland Sehenswürdigkeiten.

Extra-Tipp: Alle zwei Jahre wird in Assinghausen ein großes Rosenfest gefeiert.
4. Hallenberg – die kleinste Stadt im Sauerland
Hallenberg liegt unmittelbar an der Grenze und bietet eine schwarz-weiße Fachwerkidylle, mit farbigen Verzierungen, die dem hessischen Einfluss geschuldet sind. Dazu blühende Gärten und liebevoll gepflegte öffentliche Plätze. Neben der architektonischen Schönheit besitzt Hallenberg viel Lokalgeschichte und gut ein Dutzend Wanderwege, die rund um die Stadt verlaufen. Obwohl hier nur 4.500 Menschen leben, besitzt Hallenberg Stadtrecht.


Hoteltipp fürs Hochsauerland
Unweit von Assinghausen, im gleichermaßen idyllischen Fachwerkstädtchen Hallenberg, liegt eines der schönsten Wellnesshotels das Sauerlandes. Der „Sauerländer Hof in Halenberg“* hat eine hervorragende Küche, einen kleinen, feinen Wellnessbereich und sensationelle Badewannen.



5. Nationalpark Kellerwald-Edersee
Wegen der vielen seltenen Buchen, die im Nationalpark Kellerwald-Edersee wachsen, ist er zum UNESCO Weltnaturerbe ernannt worden. Gleich beim Nationalpark Zentrum starten mehrere gut ausgeschilderte Wanderwege. Im Hintergrund zeichnet sich der dunkle Wald ab und im Vordergrund leuchten hunderte Blumen auf den Feldern: Rot strahlt der filigrane Mohn. Weiß schimmert die Kamille. Und intensiv blau funkelt die Kornblume.


Auch interessant: Unmittelbar am Nationalpark liegt ein schönes Wellness-Hotel, das spezielle Yogawochen anbietet. Ich habe hier herrlich entspannt.
6. Geheimtipp – Schleifkottenbahn im Sauerland
Ihr wollt schwitzen? Staunen und schlemmen? Dann willkommen bei der Schleifkottenbahn! Sie verkehrt zwischen Oberbrügge und Halver und bietet Ausflüglern die perfekte Mischung: Bewegung in freier Natur, Geschichte zum Anfassen und regionale Einkehr. Sechseinhalb Kilometer geht es auf nur bergauf – das müsst ihr wissen! Euer Schweiß wird in Strömen fließen, während ihr über Hügel und Kuppeln strampelt. Dabei entschädigt euch der Anblick von Wäldern, Weiden und kleinen Weilern. Und am Ende dürft ihr euch selbst mit einer Einkehr im Kulturbahnhof von Halver belohnen.

7. Gruben Light Dinner in Ramsbeck
Mit einem lauten Knall schließen sich die Gitter der Grubenbahn und die Waggons setzen sich in Bewegung. Schnell wird das Licht schwächer und die Fahrgeräusche lauter. Was für die Bergleute zur täglichen Arbeit gehörte, ist für Besucher heute ein besonderes Erlebnis – angesiedelt zwischen Bangen und Begeisterung. Nach rund 1,5 Kilometern ist die Grubenfahrt zu Ende und die Führung beginnt. Geleitet wird sie von ehemaligen Bergmännern, die früher unter Tage malocht haben und über echte Entertainer-Qualitäten verfügen. Unterbrochen von Lachern und Zwischenfragen erzählen die Kumpels aus der Zeit, als in der Grube Silber und Erz gefördert wurde.


Danach wird ein stilechtes Dinner bei Kerzenschein und Blasmusik serviert. Organisiert wird der stimmungsvoll-nostalgische Abend vom benachbarten Hotel Nieder, in dem ihr auch übernachten könnt.*
8. Barfuß auf dem Kneipp-Wanderweg
Ich liebe es, barfuß über Gras und Sand zu laufen. Und im Strochengang durch eisiges Wasser zu waten. Dieses Vergnügen bietet euch der Kneippwanderweg in Olsberg. Natürlich könnt ihr in Eigenregie Schuhe und Socken ausziehen und dann durch Wälder, Wiesen und Wasser laufen. Bei den geführten Touren, die regelmäßig in Olsberg stattfinden, bekommt ihr aber noch viel mehr geboten. Eigens ausgebildete Kneipp-Animateurinnen begleiten die Wanderungen. Verabreichen kalte Güsse und erzählen Wissenswertes über die Gesundheitslehre von Sebastian Kneipp.



Extra-Tipp: Während der NRW-Ferien werden geführte Touren von der Olsberg Touristik angeboten.
9. Wandern zwischen Wisenten
Die Wisent-Wildnis am Rothaarsteig zählt zu den bekanntesten Sauerland Sehenswürdigkeiten. Ich habe die imposanten Tiere schon öfters besucht und war jedes Mal wieder begeistert.

Vor wenigen Wochen bin ich aber erstmals den rund vier Kilometer langen Rundweg gegangen, der entlang des Geheges und weiter in die Wälder und Wiesen des Sauerlandes führt. Ein absolutes Vergnügen, wie ihr auf den Fotos sehen könnt. Mit lauschigen Rastplätzen, einem Rätselpfad für Kinder und anschließender Hütteneinkehr.


10. Die sagenumwobene Schwalenburg
Von der ehemals mächtigen Burg sind zwar nur noch Ruinen geblieben. Aber jeder Geschichtsfreund, der über ein wenig Fantasie verfügt, wird von der Schwalenburg begeistert sein. Nicht umsonst haben die Sauerländer den Platz zum „Seelenort“ erklärt. Die Burg wurde im 8. Jahrhundert errichtet, aber bereits vor der Jahrtausendwende wieder aufgegeben. Warum weiß niemand so genau. Bei Führungen hört ihr viele Legenden und erfahrt, dass die Geheimnisse der Schwalenburg nur darauf warten, ausgegraben zu werden. Bis dato fehlt es allerdings noch an Geldgebern für die archäologischen Grabungen.

Auch interessant: Das Sauerland ist reich an seelenvollen Orten. Die schönsten Seelenorte stelle ich hier vor.
Zusatztipp I.: Bobfahren in Winterberg
Wer behauptet, dass er bei diesem Abenteuer nicht zumindest ein bisschen nervös sei, lügt. Denn in natura sieht es ganz anders als im Fernsehen aus, wenn ein Bob talwärts rast. Es ist schlicht atemberaubend. In wettkampffreien Zeiten dürfen Wagemutige in Winterberg heute Taxi-Bob fahren. Die heutigen Gästebob-Piloten sind allesamt ehemalige Leistungssportler. Mit diesem Gedanken habe ich mich getröstet, als ich mit einem leicht mulmigen Gefühl in den Bob geklettert bin. Beim Wiederrausklettern haben meine Beine gezittert. Und ich mir geschworen, dass dieses Abenteuer ein singuläres Ereignis in meinem Leben bleiben wird – missen möchte ich es allerdings auch nicht. Mehr Infos zum Bobfahren.

Zusatztipp II. Wandern am Wasser im Sauerland
Wandern im Nebelmeer – rund um die Genkeltalsperre in Gummersbach gleicht das Sauerland den schottischen Highlands. Grund dafür ist das viele Wasser das aus dem Boden austritt – allein vier Flüsse haben hier ihre Quellen – dazu kommt häufiger Niederschlag. Das Ergebnis sind neongrüne Buchenwälder, durch die mehrere Wanderwege führen!

*Bei den Werbe-Links handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Das sind Partnerprogramme mit Unternehmen – wenn ihr über den Link auf meiner Seite ein Hotel bucht oder ein Buch kauft, bekomme ich eine kleine Provision. Für euch ist es keinen Cent teurer, aber für Blogger sind diese Einnahmen wichtig, um den Blog überhaupt betreiben. Also: vielen Dank!
[…] Winterberg, Eisborn, Wildwiese oder Wasserfall – was klingt wie Ortschaften aus „Game of Thrones“ liegt tatsächlich im Süden Westfalens. Mit 2711 Bergen über 400 Metern Höhe, tiefen Wäldern und idyllischen Talsperren ist das Sauerland ein Paradies für Radfahrer, Wanderer und Wassersportler gleichermaßen. Besonderes Highlight: Der Sauerland-Höhenflug, der auf einer Strecke von 250 Kilometern fast vollständig auf Bergkämmen verläuft. Auch unter dem Meeresspiegel kannst Du auf Entdeckungstour gehen: zum Beispiel in der Atta-Höhle, einer der schönsten und größten Tropfsteinhöhlen Deutschlands. Weitere Tipps für’s Sauerland findest Du hier. […]